6 Gründe alleine zu reisen

Meine Spanienreise war das erste Projekt in dem ich völlig auf mich alleine gestellt war. Nicht mal ansatzweise vergleichbar mit den Familienurlauben oder eine Woche Strand mit dem Boyfriend, die ich gewöhnt war. Vier Monate lang in ein fremdes Land, in dem ich keine Menschenseele kenne. Freiwillig arbeiten und mittendrin ein bisschen Auszeit nehmen und Menschen kennen lernen und viele Dinge erleben und das Leben feiern. Nicht zu übersehen, wie sehr ich mich in diese Reise verliebt habe, oder? Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es mir auch mit der nächsten Reise, die ja schon bevorsteht, so gehen wird. Also möchte ich euch heute erzählen, was für tolle Vorteile alleine reisen haben kann.

  1. Man ist auf sich selbst gestellt – heißt, man kann sich nicht auf irgendjemand anderen verlassen, man muss Dinge selbst arrangieren und möglicherweise auftretende Probleme selbst lösen. Hört sich jetzt eher nach einer Menge Arbeit an, anstatt nach einem Vorteil? Ich find’s aber gut! Man wird auf alle Fälle selbstständiger dabei und irgendwie ist man auch stolz darauf, alles alleine zu schaffen und zu merken, wenn’s hart auf hart kommt, ist man auf niemanden angewiesen. Fühlt sich an wie Freiheit.
  2. Man muss sich aus der Komfortzone herauswagen – man ist ja schließlich gezwungen wildfremde Leute anzusprechen, was man für gewöhnlich nicht gerne tut. Und meistens reagieren diese Leute auch sehr offen und sind immer gerne bereit zu helfen, und selbst wenn nicht, auch kein Problem. Gibt ja genügend andere Menschen.
  3. Es ist um einiges einfacher eine Sprache zu lernen – Ich hatte ja vier Jahre Spanisch in der Schule, was mir nicht viel gebracht hat um ehrlich zu sein. Aber wenn man das Land dann besucht und die Sprache ständig um sich hat, fällt das Ganze viel leichter. Zugegeben, meine Reise war umgeben von internationalen Menschen, so dass die meiste Zeit nur Englisch gesprochen wurde, aber auch das ist gut, denn mein Englisch hat sich mit Sicherheit verbessert.
  4. Man interagiert mehr – Stellt euch vor ihr würdet mit einem Freund oder einer Freundin gemeinsam reisen. Dann würdet ihr sicherlich mehr miteinander unternehmen und weniger offen für die Menschen vor Ort sein, oder? Wenn man allein ist fallen all die Hemmungen irgendjemanden anzusprechen einfach ab und man denkt nicht soviel nach, denn entweder man tut es oder man spricht eben mit keinem. Da fällt die Entscheidung nicht so schwer.
  5. Man lernt so viel – Wirklich, ehrlich, und ich meine das genau wie ich es sage. Man kann von jedem Menschen etwas lernen. Egal ob dieser Mensch vielleicht viele Jahre jünger oder älter ist als du selbst. Macht absolut keinen Unterschied. Ich verbrachte zum Beispiel die Meiste Zeit bei einem Paar, die so um die siebzig sind und ich habe eine Menge gelernt, aber auch sie erzählten mir, dass sie immer viel lernen, wenn sie junge Volunteers bei sich haben.
  6. Man lernt sich selbst besser kennen – Schließlich ist niemand da, der dein Verhalten beeinflusst und keiner kennt dich, wie du zuhause bist. Also kannst du ganz du selbst sein und wenn du noch nicht weißt, wie genau das ist, wirst du es herausfinden.

Ich habe, bevor ich mein Abenteuer angetreten habe, so sehr darauf gehofft, endlich etwas zu finden, das ich eine Leidenschaft nennen kann. Oder zumindest Interessen. Ich hatte eine schwierige Zeit, kurz bevor ich ging, war furchtbar einsam und hielt es nicht aus, mit mir alleine zu sein, weil ich mich selbst nicht mehr mochte. Ich hab mich verstellt für die falschen Personen (by the way, es gibt keine richtigen Personen, man sollte sich für niemanden verstellen). Außerdem war mir immer langweilig und ich fühlte mich so machtlos gegen dieses Gefühl. Seitdem aber, habe ich mich so sehr verändert, dass ich meine eigene Gesellschaft gerne hab und nicht mehr verzweifelt nach irgendeinen Menschen suche, der Zeit mit mir verbringt. Ich habe Dinge gefunden, die mir Spaß machen. Ich habe eine Menge Bücher gelesen, gemalt, Sport gemacht, trotz allem meiner Meinung nach viel zu wenig Yoga, und und und. Ich bin keineswegs perfekt und das weiß ich, aber zum ersten Mal in meinen Leben liebe ich mich selbst so sehr, dass ich mich für keinen Menschen verstellen werde. Ich habe viel gelernt, herausgefunden, auf wen von den Menschen, die ich zuhause zurückgelassen habe, ich wirklich bauen kann, und wem ich wirklich etwas bedeute. Ich bin Tag für Tag über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe auf diesem Weg die inspirierendsten Menschen kennen gelernt. Es ist natürlich nicht immer alles glatt gelaufen und ich war gezwungen schwierige Entscheidungen zu treffen. Und diese Entscheidungen waren gut und ich habe sie nie bereut.

Um das Ganze abzuschließen, ihr könnt jetzt sicher sehen, dass es unglaublich gute Gründe gibt sich einfach einmal zu trauen und alleine auf Reisen zu gehen. Denn wir sind alle für unser eigenes Glück verantwortlich und sollten es nicht von einer anderen Person abhängig machen. Es liegt in unserer Hand, also, worauf wartet ihr noch?

 

5 Kommentare zu „6 Gründe alleine zu reisen

  1. Pingback: Quer durch 02/18 -

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